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Katholische Kirche Maria Himmelfahrt. Filiale zu Abbach. Matrikel R.,S. 193
Die interessante Kirche mit ihren eigenartigen Anlage wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut, wie die Stilformen erweisen. Der Turm kam erst in frühgotischer Zeit, am Ende des Jahrhunderts, zur Vollendung. In nachgotischer Zeit, Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts, erbaute man an der romanischen Apsis einen größeren Chor und die Sakristei. Weitere Veränderungen folgten in der Barockzeit.
Die Kirche ist ein südlich orientierter einschiffiger Gewölbebau mit ausspringendem Nordturm. Die Sakristei liegt an der Ostseite des Chores. Der Chor ist kaum merklich eingezogen. Er hat zwei Joche und Schluss in drei Sechseckseiten. Das nördliche Joch hat Tonne mit Stichen, das südlich ungegliederte Tonne, im Schluss Kappengewölbe. Über dem Chorbogen die Jahreszahl 1748. Das Langhaus umfaßt zwei Joche; Tonne mit Stichkappen. Alle Fenster rundbogig, aus der Barockzeit. Der Chor hat Schrägsockel. Am Chorhaupt scheint ein kleines Fenster vermauert zu sein. An der Westseite ist ein zugesetztes Rundbogenfenster zu konstatieren, etwa halb so hoch wie die Barockfenster. Der Chor ist aus großen Kalksteinquadern erbaut. Das Langhaus hat keinen Sockel. An der Westseite haben sich Spuren der älteren Fenster erhalten; unter dem Westfenster ein zugemauertes kreisrundes Fenster der romanischen Zeit, dessen Kante mit einem Stab ausgesetzt ist. Daneben, gegen Süden, ein schmales Spitzbogenfenster in gleicher Flucht mit dem Rundfenster. Gegen die Südecke zu befindet sich, noch tiefer gelegen, ein zugesetztes kleines Spitzbogenfenster, eventuell zugesetzte Nische. An der Ostseite sind Spuren älterer Fenster nicht zu konstatieren. Das Mauerwerk besteht aus quaderartig gehauenen Kalksteinen, die Schichtung ist jedoch nicht unbedingt regelmäßig. Die Sakristei ist zweigeschossig. Sie hat Schrägsockel. Die Fenster haben einen geraden Sturz und gefasstes Gewände. Der Turm zeigt interessante Anlagen. Er hat quaderartige Geschosse. Das Untergeschoss bildet die Vorhalle der Kirche. Es ist mit einem Kreuzgewölbe überwölbt, das sich dem Spitzbogen nähert; die Gewölbekappen sind ansteigend und busig gebildet. Die schweren Wulstrippen ruhen auf Ecksäulen mit wechselnden Kapitellen. Die wenig tiefen Schildbogen sind rund, sie ruhen auf Pfeilern, welche die Ecksäulen begleiten. An der Südseite reich gegliedertes Portal. Es ist viermal gestuft. Die innere Stufe ist mit Säulen ausgegsetzt, die einen Rundbogenwulst tragen. Die Ecken der übrigen Stufen sind gekehlt und mit Stäbchen umrahmt, die mittlere ist mit Halbsäulen besetzt, die Kelchkapitelle schließen. Der umlaufende Kämper zeigt interessantes Dekor: rechts neben einem Löwen, Hirschen und Drachen Akanthuslaubwerk, links ein Vogel, eine grinsende Maske und Laubwerk, das sich der Frühgotik nähert. Am rechten Gewände ist ein Weihwasserständer bündig mit dem Portal ausgehauen. Der Zugang zur Vorhalle an der Westseite ist spitzbogig; Kämper aus Platte, Wulst, Kehle und Stab. Die Leibung ohne Profil. Über dem Untergeschoss hat der Turm außen ein Gesims aus Platte, Wulst, Kehle und Stab. Das erste Obergeschoß ist von der Kirche aus, auf der heutigen Empore, zugängig. Hier im Kleeblattbogen geschlossenes Portal, mit Kehle und Stäben profiliert. Innen liegt an der Südseite eine gebrochene Steintreppe zu einem weiteren rundbogigen Eingang, der zum Dachraum des Langhauses führt. Im dritten Geschoss befinden sich auf allen vier Seiten doppelte rundbogige Schallöffnungen. Das gotische Obergeschoss hat gekuppelte spitzbogige Schallöffungen mit gefasstem Gewände; die an der Westseite haben Nasen, außerdem liegt hier über dem Trennungspfosten ein kleines Rundfenster mit Vierpass. Halmdach mit Ziegeln. Der romanische Teil des Turmes ist mit großen Kalksteinquadern verblendet. Über den Ecklisenen, die unterhalb der romanischen Schallöffnungen totlaufen, ändert sich die Technik; hier Eckquader und Bogenwerk. Das gotische Obergeschoss zeigt kleines Quaderwerk. An der Ostseite des Turmes haben sich spärliche Reste eines gotischen Anbaues erhalten: zwei verputzte spitzbogige Schildflächen, zwischen denselben ein Rippenanfänger. In der Ecke zum Langhaus sitzt eine derbe Spitzkonsole. An der anstoßenden Südseite des Langhauses erhielt sich eine verputzte spitzbogige Schildfläche, und zwar nur die Hälfte derselben; die zweite Hälfte greift über Eck auf die Langhausseite über. Der kapellenartige Anbau hat demnach zwei Joche. Er sprang über die Flucht des Langhaus vor. Es befand sich also an dieser Stelle eine gewölbte Kapelle, über die keinerlei Nachrichten bestehen. Die Anlagen im Turm beweisen, daß die Kirche ehedem doppelgeschossig war, wie in Sandhaarlanden. Daher die tiefe Lage der noch zu konstatierenden alten Fenster an der Westseite des Langhauses. Die architektonisch bedeutende Ausstattung der Kirche erklärt sich aus dem Zusammenhang mit Prüfening. Auffällig bleibt dabei, daß die Türe, die vom Obergeschoss in den Turm führt, eine so gehobene Ausgestaltung erhielt. Auch die Treppenanlage vom Turm zum Dachgeschoss stellt sich in dieser monumentalen Art als seltene Erscheinung dar. Die Gewölbe der Kirche sind mit stukkiertem Rahmenwerk geschmückt.
Hochaltar. Anlage aus der Mitte des 17. Jahrhunderts mit Rokokozutaten. Mensa und Tabernakel stehen frei. Der schlanke Hochbau hat an Stelle von Säulen Engel. Über dem geraden Abschlussgesims Gloriole mt Gottvater, von sitzenden Engeln flankiert. An Stelle des Altarblattes bedeutende Holzfigur St.Maria mit Kind, eine spätgotische Schöpfung um 1470. Lebensgroß. Der Tabernakel gehört der Rokokozeit an. Seitenaltäre neu.
Kanzel. Um 1650-70. Polygoner Korpus mit hermenförmigen Eckpilastern. In den Feldern Füllungen, mit flachem Rollwerk umgeben.
Stuhlwangen mit Akanthusranken aus der Frühzeit des 18.Jahrhunderts.
Kreuzweg des späten 18.Jahrhunderts.-Zwei Barockbilder: Pieta und St.Leonhard.
Holzfiguren: Auf einem primitiven Altärchen in der Vorhalle Marienfigur, spätgotische Arbeit um 1500. Höhe 1,10m.- Marienstatuette. Das Jesuskind segnet, in der linken Hand hält es die Weltkugel. Spätgotische Schöpfung um 1490 mit guter Drapierung. Höhe 0,50m.
Am Chorhaupt ist ein Steinrelief eingemauert: Kruzifix mit Maria und Johannes. Am Fuß die Inschrift:”deittrrich müln”. Stark verwitterte Arbeit des frühen 15.Jahrhunderts in hohem Relief. Höhe 1,00, Breite 0,60m-An der Westseite des Chores Ölbergrelief. Am Fuß die Inschrift: ”anno DNI M CCC XXXNN” (1434) Hierauf folgt der beschädigte Name des Stifters: ruger törsingar. Das Relief schildet in der linken Hälfte das Gebet Christi am Ölberg; das Haupt Gottvaters erscheint in den Lüften. Rechts daneben die Häscher mit Judas. Diesem hat der Teufel einen Strick um den Hals gezogen; ein seltenes Motiv. Höhe 0,85. Breite 2,10m.
Kelch. Silber, teilvergoldet. Am Fuß getriebenes Tulpenornament, am Überfang großblättriges Akanthus. Um 1680. Beschauzeichen Regensburg.
Glocken. 1. Kleines Glöckchen. Ohne Inschrift. Durchmesser 0,40, H. 0,335m. Mittelalterlich, nicht näher bestimmbar. 2. Mit den Evangelistennamen in gotischen Majuskeln zwischen zwei Reifen. Die Namen sind durch Sterne getrennt. 14. Jahrhundert. Durchmesser 0,87m. 3. Umschrift in gotischen Minuskeln zwischen zwei Reifen: “anno DNI M CCC XVII” (1418).
Friedhofkapelle. Dieselbe ist ein spätgotischer Bau von Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts. Der Grundriss ist rechteckig. An der Süd- und Westseite je ein spitzbogiger, gefasster Zugang. An der Westseite dreiteiliges Fenster mit überhöhtem Mittelteil, gerade geschlossen; dieTeilungspfosten fehlen. An der Südseite ein rechteckiges Schlitzfenster. Die Bretterdecke trägt in der Mitte einen Durchzug, der am Dachgebälk aufgehängt ist. Die Decke zeigt schöne, spätgotische Bemalung: Rankenwerk, das sich um einen Stab windet, im Wechsel mit Maßwerkmotiven und Rautenmustern.Die Konturen stehen schwarz auf weißem Grund, dazu hellbraune Lasuren. 1914 wurde die Decke sachgemäß restauriert. In der Kapelle steht ein interessanter spätgotischer Steinaltar, der Zeit um 1420-30 angehörig. Der Stipes hat Schrägsockel und Schräggesims. Darauf glatte Predella, die zum Teil neu zu sein scheint. Darüber Reliefgruppe der hl. drei Könige unter dreifachem Spitzbogen. Maria thront über dem Tabernakel, der als rechteckig umrahmte Nische gebildet ist. Zur Rechten Marias kniet Kaspar mit Gefolge, links stehen die beiden anderen Könige. Über beiden Gruppen schwebt je ein Engel. Die Rückwand schließt gerade mit Mittelüberhöhung. Das Relief zeigt Spuren von Bemalung. Der Altaraufsatz war ursprünglich zweifellos über der Kirche angebracht. Darauf deutet das Vorhandensein des Tabernakels. Der Aufsatz gehört zu der seltenen Art mittelalterlicher Retabeln, die einen Tabernakel umschließen. Die Entfernung aus der Kirche hängt jedenfalls mit dem Neubau des Chores zusammen.
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